Montag, 12. August 2019

Hilco Leinen - Bundfaltenhose Kira

Eine Leinenhose musste her. Gerade sind ja Hosen mit hohem Bund modern, bei denen man das Oberteil in die Hose steckt. Ich weiß schon, warum ich die nicht mag, irgendwie rutschen die bei mir immer. Genäht hab ich sie trotzdem und sie rutscht natürlich. 


Zum Schnitt: 
Bei der Hose Kira handelt es sich um einen Schnitt aus dem Hause Schnittmuster Berlin. Ich hatte ja schon einmal über die Bluse Ina berichtet und die Anleitungen sind echt ziemlich knapp. Wer noch nicht so viele Erfahrungen beim Nähen gesammelt hat, sollte die Finger davon lassen, außerdem handelt es sich um Schwierigkeitsstufe drei von drei. 


Vorab muss ich sagen, dass ich Schnitte mit inkludierter Nahtzugabe nicht mag. Erstens möchte ich meine Zugabengröße gerne selbst bestimmen und Zweitens finde ich persönlich, dass der Zuschnitt dann leichter ist, wenn ich nicht direkt am Papier entlang schneiden muss. Wovon ich außerdem höchst selten Gebrauch mache sind Knipse. Ich mache das im Normalfall nach Gefühl und das funktioniert meistens recht gut. 



Nun hat dieser Schnitt auch noch verschieden Zugabengrößen. Ja bitteschön, was soll das denn? Die Nahtzugaben sind durch gegenüberliegende Knipse gekennzeichnet. Ich habe es nachgemessen, mit Knips sind die Zugaben 1,6 cm. Es gibt aber auch Stellen ohne Knipse, dabei handelt es sich dann um eine Nahtzugabe von einem Zentimeter. Und dann gibt es natürlich noch die normalen Knipse, die man eben so kennt um sich zu orientieren. Ich musste mir also bei jedem Arbeitsschritt auf dem Schnittbogen die zu nähende Stelle raussuchen und gucken, ob da Knipse sind und wenn ja, dienen die der Orientierung oder geben die mir die Zugabe vor. Halte ich persönlich jetzt schon für sehr umständlich. Wenn schon Zugabe, wieso denn nicht einfach überall die gleiche Größe? Vielleicht versteh ich auch einfach den tieferen Sinn dahinter nicht. 


Auf Grund der sehr knappen Anleitungen sind mir dann natürlich auch ein paar kleinere Fehler unterlaufen. Beispielsweise habe ich mich schon gewundert, wieso die Gürtelschlaufen denn so extrem lang sind, habe aber nicht weiter darüber nachgedacht und die Schlaufen, wie ich das von anderen Hosenschnitten kenne, bei Beinen und Bund zwischengefasst. Der Bund war dran, die Schlaufen mit einem Ende angenäht, da fällt mir auf, dass die Schlaufen ja genau doppelt so lange wie der Bund hoch ist. Das hat dann zumindest den Vorteil, dass ich oben am Bund keine offene Kante habe, die nach fünf mal waschen ausgefranst ist. Also alles wieder aufgetrennt und die Schlaufen mit beiden Enden eingenäht. Muss einem vorher ja jemand sagen, sonst weiß man das nicht. 


Die Hose kommt mit einem seitlichen Reißverschluss daher. Weil ich das vor meiner Shoppingtour natürlich nicht gelesen habe, habe ich einen normalen Hosenreißverschluss gekauft, mit dem ich dann natürlich so überhaupt gar nichts anfangen konnte. Eigentlich wäre hier ein nahtverdeckter Reißverschluss das Mittel der Wahl, da hatte ich aber natürlich keinen passenden. Meine Entscheidung fiel dann auf meinen Endlosreißverschluss. Die Hose war fast fertiggestellt, es hätte nur noch der Bund umgeklappt werden müssen und gesteppt werden, da wollte ich aber unbedingt schon einmal Probeschlupfen. Es kam, wie es kommen musste: das Gute Stück gleitet mir aus der Hand, ich greife danach und welches Teil bekomme ich zu fassen? Den Zipper vom Endlosreißverschluss!!! Und schon war er draußen. Man kann einen Zipper nicht falschherum wieder auffädeln, ich habe es eine Stunde lang versucht. "Meister, ich bin fertig. Darf ich trennen?" Aber wie ihr sehen könnt, habe ich ihn tapfer rausgetrennt, den Zipper aufgefädelt und wieder eingenäht. 


Noch ein Wort zum Stöffchen: 
Ergattert habe ich diesen 100% Leinen auf dem deutsch-holländischen Stoffmarkt. Er kommt aus dem Hause Hilco und ich liebe ihn. Ich kenne einige Menschen, die Leinen nicht mögen, weil er kratzen würde. Diese Leinenstoffe gibt es und ich bin da auch sehr empfindlich, daher kann ich euch versichern, dieser hier kratzt gar nicht. Auch die Faltenbildung hält sich zu meiner Entzückung relativ in Grenzen. 

Was sagt ihr zu meinem Neuzugang?

Eure NUHFFi


Montag, 5. August 2019

Bluse mit Schlitz

Ich wollte mir einen Schnitt für eine Bluse mit Schlitz im Rücken kaufen und dann dachte ich mir: Nein, jetzt besitzt du insgesamt schon drei Schnittmuster mit überschnittenen Ärmeln und im Schrank hängen ungefähr vier gekaufte Oberteile dieser Art, das wirst du ja wohl selber hinkriegen. 

Also habe ich etwas rumgebastelt und siehe da, es hat funktioniert. Was ich allerdings nicht mehr tun darf - ich lerne auch nicht aus meinen Fehlern - so feine Stoffe wie Viskose mit dem Rollschneider zuschneiden, das funktioniert einfach nicht. Viskose zuschneiden ist ungefähr so schön, wie Modal nähen. ;-) Jedenfalls verrutscht man mit dem Rollschneider immer, zumindest ich, und hat dann zwar im Bruch zugeschnitten, aber zwei unterschiedliche Seiten, weil sich ja doch irgendwas verschiebt. 


Diesmal habe ich die Kanten der Nahtzugaben alle mit der Overlock versäubert, mit der normalen Maschine genäht und die Nahtzugaben dann auseinandergebügelt, das wird bei solchen Stoffen einfach am schönsten. Beim Schlitz habe ich dieses Stück einfach offen gelassen und die Nahtzugaben dann knappkantig abgesteppt. 

Den Saum unten habe ich im VoKuHiLa-Stil gearbeitet. 

Und dann musste natürlich ein Schrägband für die Ärmel und das Halsloch her. War das ein Drama, also nicht der Zuschnitt des Bandes, der war relativ schnell erledigt, sondern das Bügeln. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht warum, aber ich habe mir eingebildet, bevor ich das Schrägband annähe, müssen die Falten reinbügelt werden, die ein fertiges Schrägband auch hat. Zuerst habe ich versucht, das mit Stecknadeln zu befestigen und zu bügeln. Hat schon mal jemand von euch versucht, auf einem Viskoseschrägband einen Zentimeter abzustecken? Ha - es wird nix. Schon etwas verzweifelt habe ich es mit einer Methode von Anna - einfach nähen (hier) versucht. Meine Stecknadeln waren dafür nicht lange genug, aber Sicherheitsnadeln in der Länge haben sich auftreiben lassen. Leider geht das mit Viskose genauso wenig. Meine letzte Idee war dann ein Schrägbandformer, sowas habe ich bis dato aber nicht besessen und es war Sonntag Vormittag. Wo kriege ich den also her? Richtig, aus dem 3D-Drucker meines Mannes. Ihr könnt es euch vielleicht denken, das Ergebnis war so wie bei den Versuchen davor, es gab kein Ergebnis. 

Was hat die liebe Jaqueline also getan? Sie hat das Schrägband ohne vorheriges Bügeln angenäht und es war überhaupt kein Problem. Ich habe also einen kompletten Vormittag und viele Nerven verschwendet für ein Problem, das im Nachhinein betrachtet überhaupt kein Problem war. 


Der ganze Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich trage meine neue Bluse nämlich sehr oft und sehr gerne. 

Fazit: Traut euch bei euren Schnitten und probiert mal was Neues aus.

Eure NUHFFi

Dienstag, 23. Juli 2019

Viskose Enfeita - Bluse Ina

Wer dachte, Burda-Anleitungen wären schwierig zu verstehen, hatte noch nicht das Vergnügen mit Schnittmuster Berlin. Kurz und knapp beschreibt das Ganze recht passend. 

Nach dem Zuschnitt hatte ich eigentlich schon keine Lust mehr darauf, die Bluse zu nähen. Diese flutschige Viskose anständig in den Stoffbruch zu legen, war schon eine Herausforderung. Dann war aber meine Einlage genauso rutschig und die dann da drauf bügeln hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben.


Die Passe ist wie gewohnt doppelt. Das ist bei der ersten Seite noch kein Problem, ich habe mit dem Rücken begonnen. Das heißt, erste Passse (die später außen ist) rechts auf rechts auf das Rückenteil, dabei die Paspel mitfassen. Wären wir also schon mal bei vier Stofflagen, eine davon gekraust. Dann die zweite Passe (später innen) rechts auf links unter das Rückenteil. Nachdem mir das bei dieser flutschigen Angelegenheit einfach zu viele Stofflagen waren, habe ich das ganze auf Etappen festgesteppt. 


Jetzt wird es aber noch viel lustiger. Die Passe möchte ja auch noch an das Vorderteil genäht werden, also habe ich das ganze durch das Armloch hindurch gewendet bzw verdreht. Wenden kann man es bei einer inneren und einer äußeren Passe ja nicht wirklich. Ich denke, es war auch gut, dass ich zufällig mit dem Rücken begonnen habe und danach die vorderen Nähte kamen, andersrum wäre die Naht wahrscheinlich einfach zu lange gewesen, um sie vernünftig durch das Armloch zu stecken. 


Dann kommt der Kragen. Verstürzen und umbügeln war schnell erledigt, das Teil an den Ausschnitt zu stecken eher nicht. Ich habe viele Stunden, viele Stecknadeln und viele Heftnähte gebraucht, bis das eine endlich an das andere genäht war. 


Mir gefällt die Bluse richtig gut, nächstes Mal werde ich sie aber definitiv eine Nummer kleiner nähen und nicht alles aus gemusterten Stoffen, es sind einfach zu viele Muster ;-)

Eure NUHFFi

Stoff: Viskose Enfeita von Hilco
Schnitt: Bluse Ina von Schnittmuster Berlin


Dienstag, 2. Juli 2019

Afrikastoff - Frau Sofie

Meine Schwiegermami hat mir letztes Weihnachten diesen total tollen Baumwollstoff geschenkt und ich wusste sofort, daraus muss ein Sommerkleid werden. Den Stoff hatte ihr selbst einmal eine Bekannte aus Afrika mitgebracht. Lustigerweise näht meine Schwiegermutter überhaupt nicht, also habe ich ihn bekommen. Die Suche nach dem passenden Schnitt war für mich gar nicht so einfach. Zum Einen findet man, wenn man nicht gerade bei burda sucht, größtenteils Schnitte für elastische Stoffe und zum Anderen hatte ich schon eine bestimmte Vorstellung, wie es werden soll. Zum Glück bin ich dann auf Frau Sofie von fritzischnittreif gestoßen. Der Schnitt war wie gemacht für meinen Stoff.



Bei der Frage nach den richtigen Trägern war ich wieder etwas unschlüssig. Ich hatte noch braune Lederpaspel, das sah mit den relativ großen Zugaben aber irgendwie komisch aus, also habe ich die Zugaben der Paspel kurzerhand knapp neben der Naht abgeschnitten. 


Die Paspel habe ich nochmal bei den Eingrifflöchern der Taschen eingearbeitet. Die Taschen an dem Kleid finde ich übrigens total praktisch. Bis auf die Tatsache, dass ich bei der Größe wieder nacharbeiten musste, ist der Schnitt einfach und auch gut für Anfänger geeignet. Damit sich das Kleid bei der Naht kräuselt, wird auf die Nahtzugabe ein Framilon-Band aufgenäht. Dabei handelt es sich um ein ganz dünnes, durchsichtiges Gummiband. War mir bis jetzt fremd, ist aber echt super und hat auch schon mehrere Wäschen überstanden.


Schnitt: Frau Sofie von schnittreif

Eure NUHFFi

Verlinkt: Me Made Mittwoch

Montag, 17. Juni 2019

Leinen - Shorts

Der Schnitt dieser Hose ist von Burda. Mit deren Anleitungen verhält es sich folgendermaßen: entweder versteht man sie oder man versteht sie nicht. Es war zum Glück nicht meine erste Hose, ich habe ja schon eine Ginger Jeans genäht, die wirklich super beschrieben ist. Bestimmte Arbeitsschritte habe ich anders gemacht, als in der Anleitung angegeben, aber von Anfang. Diesen superschönen Leinenstoff habe ich bei myo-stoffe gefunden, also direkt gekauft. 


Zum Nähvorgang: Zuerst kommen eigentlich die hinteren Paspeltaschen, die habe ich aber weggelassen, da es sich dabei nur um Fake-Taschen handelt und ich sowas für Sinnlos halte. Dann kommen die vorderen Falten dran. Falten umgelegt und innerhalb der Nahtzugabe festgeheftet. Auch die Vordertaschen waren noch kein Problem, allerdings habe ich die Schnitteile verändert. Eigentlich hängen die Taschenbeutel an der Hüftpasse, ich habe den Hüftpassenteil weggeschnitten und lediglich Taschenbeutel genäht, ich hätte das im nächsten Schritt auf der einen Seite sowieso wieder wegnehmen sollen, also wieso dann überhaupt erst hinmachen? Leuchtete mir nicht ganz ein. 


Und ab hier habe ich kein Wort mehr verstanden, mich also auch nicht mehr an die Anleitung gehalten. Hier wird zuerst die vordere Mittelnaht geschlossen, dann der Reißverschluss gearbeitet, anschließend kommt der Bund und ganz zum Schluss wird die rückwärtige Mittelnaht inkl. der im Bund geschlossen. Wieso sollte ich denn erst die eine Hälfte einer Naht schließen und die andere Hälfte dann zum Schluss? Es gibt also keine Möglichkeit, die Hose zwischendurch einmal zu probieren und Änderungen vorzunehmen. Ich habe mich da dann doch lieber an die Ginger Jeans gehalten und die Schritte wie dort beschrieben, durchgeführt. 


Den Untertritt habe ich übrigens auch verändert, nämlich größer zugeschnitten, da das Original viel zu klein war. Ihr seht also, vom Original ist nicht mehr viel übrig. 


Mein Fazit: kein Schnitt für Nähanfänger, auch nicht unbedingt für die erste Hose. 

Und wenn mir jemand sagen kann, wie ich dieses Grinsen (ich glaube man nennt das so) unter dem Reißverschluss beim nächsten Mal eliminieren kann, wäre ich sehr dankbar. Also her mit euren Vorschlägen.

Eure NUHFFi

Stoff: Leinen taupe von myo-stoffe 
Schnitt: Shorts 115 von Burda 


Dienstag, 11. Juni 2019

Jersey - Frau Hennie

Zur Zeit gibt's bei mir ziemlich oft "die Zweite", weil man einen Schnitt ja durchaus öfter im Schrank haben kann, wenn er einem gefällt. Wie macht ihr das so? Ich habe ja schon oft gelesen: "Bei mir werdet ihr keinen Schnitt zweimal finden". Aber wieso denn nicht? Ich mein, man kann nicht mehr wirklich viel Neues drüber erzählen, aber schon alleine durch einen anderen Stoff wird das Teil wieder zu einem Unikat.


Bei mir hat sich diesmal einiges verändert:

1. Den Rücken habe ich in einem Stück gelassen.
2. Auf meinem Shirt findet sich ein wunderschöner Plott von fusselfreies. Und damit es mir nicht wieder so geht, wie bei meinem Elefanten und sich irgendwelche Ecken ablösen, habe ich ganz lange und kräftig gebügelt.
3. Ich habe mich das erste Mal getraut, die Ausschnittkanten einzufassen. Ich kann euch gar nicht so genau sagen, wieso ich davor immer so viel Respekt habe, aber so schlimm war es dann ja doch nicht. Wahrscheinlich wusste ich bis jetzt einfach nicht so recht, wie ich das anstellen soll, dass das Ganze auch elastisch bleibt. Ich erklär euch kurz, wie ich es bei meinem Shirt angestellt habe: Zuerst habe ich mir einen 4 cm breiten Streifen aus Jersey zugeschnitten. Dieser wird zum Kreis geschlossen. Anschließend habe ich ihn rechts auf rechts mit der Overlock an die Ausschnittkanten genäht, dann über die Naht nach innen gelegt und mit der Zwillingsnadel genäht, also die Overlocknaht zwischen dem Jersey versteckt. Den Zentimeter, der auf der linken Seite dann übersteht, habe ich einfach knapp mit der Schere abgeschnitten.

Hier könnt ihr die erste Variante bewundern.


Schnitt: fritzischnittreif - Frau Hennie
Plott: fusselfreies - Hello Afrika

Eure NUHFFi

Verlinkt: Me Made Mittwoch



Dienstag, 4. Juni 2019

Modal Falling Leaves - Frau Josy, die Zweite

Nachdem mir der Schnitt der Frau Josy so unglaublich gut gefällt, zeige ich euch heute meine Zweite.


Beim Nähen ist mir aufgefallen, dass mir das Shirt, wie beim ersten Mal, unterm Arm viel zu weit ist. Diesmal war ich aber so schlau und habe den Papierschnitt gleich angepasst, damit mir das nächstes Mal nicht wieder passiert. Beim letzten Mal dachte ich mir ja, das weißt du dann schon noch, aber ganz offensichtlich kann man sich so etwas nicht merken.


Genäht habe ich wieder aus superflutschigem Modalstoff.
Wer mehr über das Shirt erfahren möchte, hier geht es zum ersten Post.


Schnitt: fritzischnittreif - Frau Josy
Stoff: Lillestoff - Modal Falling Leaves

Verlinkt: Me Made Mittwoch

Eure NUHFFi