Montag, 26. August 2019

Lavendel-Duftsäckchen {Tutorial}

Hallo meine Lieben,

ich möchte euch gerne zeigen, wie schnell und einfach ihr so ein süßes kleines Duftsäckchen nähen könnt. 



Von meiner Hose Kira hatte ich noch ein Reststück von dem tollen Leinenstoff übrig. Auf Grund seiner Struktur finde ich, dass er sich sehr gut für so ein Nähprojekt eignet, aber auch Baumwolle oder andere Webware wäre denkbar. Die Größe des Stoffes kann natürlich individuell zugeschnitten werden, mein Streifen hat eine Größe von 20 x 8,5 cm. 


Als Plott habe ich mich für einen Schmetterling entschieden, weil sich auf meinem Lavendel im Garten auch immer viele dieser wunderschönen Tierchen tummeln. Beim Stoff die Mitte/Bruch bestimmen und knapp darüber aufbügeln. Auch eine Häkelbordüre hätte sicher gut gepasst, falls ihr keinen Plotter habt. Lasst eurer Kreativität einfach freien Lauf. 


Anschließend habe ich die obere und unter Kante mit einem Schrägband versäubert, in meinem Fall in dunkelblau, passend zum Plott.


Die Seitennaht habe ich mit der Overlock zusammengenäht, das geht aber natürlich auch mit der Nähmaschine. 


In meiner Wollkiste habe ich mich dann auf die Suche nach einer passenden Kordel gemacht. Nachdem meine Wolle eine geflochtene Struktur hat, passt sie besonders gut. Mit einer Sticknadel habe ich die Wolle einmal rundherum durchgezogen. Ihr müsst hier nicht immer den gleichen Abstand einhalten, sieht man nach dem Zusammenziehen sowieso nicht mehr. Die Enden verknoten, damit nichts ausfranst und schon könnt ihr euer Säckchen befüllen. 

Ihr könnt es euch vielleicht denken, in mein Säckchen habe ich getrocknete Lavendelblüten eingefüllt. Schade, dass ihr nicht riechen könnt, wie gut es hier duftet. Das Ganze macht sich super neben der Badewanne oder aber natürlich klassisch im Kleiderschrank. Auch als kleines Geschenk für eure Lieben kommt es gut an. 


Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Nachnähen. 

Eure NUHFFi


Montag, 19. August 2019

Etuikleid Eigenkonstruktion

Könnte Werbung enthalten

Ich möchte gleich zu Anfang erwähnen, dass dieser Beitrag etwas ausufern könnte, ich nehme euch nämlich auf die Reise meines ersten eigenes Schnittes mit. Wer sich das also nicht antun möchte, steigt hier lieber aus. ;-)

DIE IDEE
Ich wollte ein schlichtes Etuikleid im Colourblocking-Stil aus Leinen konstruieren und nähen. Wenn man sich selbst einen Schnitt erstellt, steht man plötzlich vor so vielen Variablen und muss sich entscheiden: Wie soll der Halsausschnitt aussehen? Welche Verschlussart? Ärmel - Ja oder Nein? Wo und wie platziere ich die Abnäher? 

Halsausschnitt: Da war ich erst etwas unschlüssig. Zur Auswahl stand ein relativ hoher und flacher Rundhals und ein etwas tieferer Ausschnitt mit Kellerfalte, weil mir Falten einfach so gut gefallen. Es wurde dann aber doch der klassische Ausschnitt, weil ich die Befürchtung hatte, dass die Falte meinem schlichten Stil nicht gut tun würde.

Verschluss: Als Verschlussvarianten stehen im Allgemeinen Knöpfe oder Reißverschlüsse zur Verfügung, was sich bei einem Etuikleid dann von selbst klärt. Die einzige Überlegung, die man da noch anstellen kann, ist, ob der Reißverschluss im Rücken oder in der Seitennaht platziert werden soll. Nachdem die Ausschnittfrage bereits geklärt war und es ein relativ kleines Halsloch werden sollte, schied der seitliche Reißverschluss aus. Im Nachhinein war das sowieso die einzig sinnvolle Wahl, dazu aber beim Thema Abnäher mehr. 

Ärmel: Ein Etuikleid mit Ärmeln? Nein! Also doch, aber dann entweder Überschnittene oder Lange. Passte beides nicht zu meinem Kleid, also ärmellos. 

Platzierung der Abnäher: Ich wollte erst den Grundschnitt konstruieren und mir im Anschluss Gedanken dazu machen. 

DIE KONSTRUKTION:
Zuerst einmal habe ich den Grundschnitt Etuikleid konstruiert. An dieser Stelle möchte ich jedem, der sich mit der Konstruktion beschäftigen will eine Buchempfehlung aussprechen: Schnittkonstruktion für Damenmode von Guido Hofenbitzer. Im Juni war ich auf einem Konstruktionskurs, in dem wir nach dieser Anleitung einen Blusenschnitt erstellt haben und war so begeistert, dass ich mir das Buch gleich zugelegt habe. In meinem Bücherregal steht auch schon ein anderes Buch zum Thema Konstruktion, das kann diesem hier aber bei Weitem nicht das Wasser reichen. 


Nach dem Aufzeichnen des Grundschnittes wird dieser auf Seidenpapier abgepaust und die ersten Änderungen vorgenommen. In meinem Fall: Teilungsnähte bei Farbwechseln gestalten und Schulterabnäher verlegen. 

Etwas unvorteilhaft für das ganze Vorhaben war die Tatsache, dass ich den Stoff schon vor der Konstruktion gekauft habe und das relativ knapp kalkuliert. Das werde ich zukünftig definitiv nicht mehr tun, ich musste demnach die Konstruktion dem vorrätigen Stoff anpassen. Da stieß ich dann auf mein größtes Problem: vorhandener Stoff vs Schulterabnäher. 

Jedes Kleidungsstück aus Webware besitzt Schulterabnäher. Oft werden die allerdings in Form einer Passe weggemogelt. Das war auch mein Plan, was aber wegen dem bereits vorhandenen Stoff nicht ging. Eine Passe liegt im Normalfall im oberen Drittel der Armkugel. Hätte ich so weit oben schon von einer auf die nächste Farbe gewechselt, wäre mein Kleid zu kurz geworden, weil ich von jeder Farbe nur ca. 40 cm zur Verfügung hatte. Ich hätte natürlich eine Passe einfügen können und darunter nochmal die gleiche Farbe verwenden, das wollte ich aber nicht. Klassische Schulterabnäher wollte ich aber genauso wenig. 

Was also tun? Ich habe dann so lange in meinem schlauen Buch geblättert, bis ich die Antwort gefunden habe: Man kann die Schulterabnäher verschwinden lassen. Juhu, das war die Lösung. Voraussetzung hierfür ist eine Teilungsnaht in der hinteren Mitte. Gar kein Problem, da sitzt ja schließlich der Reißverschluss. 

DER PROTOTYP:
Sind die Änderungen am individuellen Schnitt, also dem Seidenpapier, vorgenommen, wird aus Nesselstoff ein Prototyp genäht.



Dann kommt die erste Anprobe und der Feinschliff. Ich musste meine Schulternaht verlegen, den Halsausschnitt und die Ärmlöcher anpassen. Nach Verlegung der Schulter haben natürlich die Halsausschnitte nicht mehr zueinander gepasst. Das waren dann so viele kleinere Änderungen, dass ich den oberen Teil meines Prototypen nochmal genäht habe. 

Hier am Foto könnt ihr die beiden Probestücke im Vergleich sehen. Rechts ist der ursprüngliche Prototyp und links nach den Änderungen. Jede Änderung muss natürlich auch wieder auf Papier übertragen werden. 


DAS NÄHEN:
Über das Versäubern habe ich mir natürlich schon während der Konstruktion Gedanken gemacht. Am Hals wollte ich mit einem Beleg arbeiten, bei den Armen habe ich mich hingegen für ein Schrägband entschieden. Das war übrigens eine Premiere für mich. Zwar habe ich schon mit Schrägband eingefasst, aber noch nicht gesäumt. War jetzt aber wirklich kein Hexenwerk. 

So sieht das gute Stück nun von innen aus. Vor dem Zusammennähen habe ich alle Kanten schön mit der Overlock versäubert. Bei den Rückenabnähern hatte ich etwas Angst. ob das wohl klappt mit dem Farbwechsel im Abnäher. Hier habe ich erst Ober- und Mittelteil zusammengenäht, die Nahtzugaben auseinander gebügelt und anschließend den Abnäher genäht. Weil ich ja wollte, dass mein hübsches Kleidchen absolut perfekt wird, habe ich sogar im Abnäher das Garn gewechselt. Total bescheuert, oder?


Und nun möchte ich euch nicht mehr länger auf die Folter spannen. Hier nun das gute Stück:


Anfangs hatte ich mal mit dem Gedanken gespielt, Nahttaschen einzuarbeiten, hab mich aber dann doch nicht getraut, weil ich die beim Prototypen vergessen habe und dann Angst hatte, die könnten im fertigen Kleid aufklaffen.


Mein Kleidchen hat übrigens noch keinen Namen und ich bin offen für Vorschläge. ;-)


Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und ich konnte euch ein bisschen inspirieren.

Eure NUHFFi

Stoff: Hilco Leinen

Verlinkt: Creadienstag, The Creative Lovers, Dings vom Dienstag, Du für Dich am Donnerstag, Sew La La



Montag, 12. August 2019

Hilco Leinen - Bundfaltenhose Kira

Eine Leinenhose musste her. Gerade sind ja Hosen mit hohem Bund modern, bei denen man das Oberteil in die Hose steckt. Ich weiß schon, warum ich die nicht mag, irgendwie rutschen die bei mir immer. Genäht hab ich sie trotzdem und sie rutscht natürlich. 


Zum Schnitt: 
Bei der Hose Kira handelt es sich um einen Schnitt aus dem Hause Schnittmuster Berlin. Ich hatte ja schon einmal über die Bluse Ina berichtet und die Anleitungen sind echt ziemlich knapp. Wer noch nicht so viele Erfahrungen beim Nähen gesammelt hat, sollte die Finger davon lassen, außerdem handelt es sich um Schwierigkeitsstufe drei von drei. 


Vorab muss ich sagen, dass ich Schnitte mit inkludierter Nahtzugabe nicht mag. Erstens möchte ich meine Zugabengröße gerne selbst bestimmen und Zweitens finde ich persönlich, dass der Zuschnitt dann leichter ist, wenn ich nicht direkt am Papier entlang schneiden muss. Wovon ich außerdem höchst selten Gebrauch mache sind Knipse. Ich mache das im Normalfall nach Gefühl und das funktioniert meistens recht gut. 



Nun hat dieser Schnitt auch noch verschieden Zugabengrößen. Ja bitteschön, was soll das denn? Die Nahtzugaben sind durch gegenüberliegende Knipse gekennzeichnet. Ich habe es nachgemessen, mit Knips sind die Zugaben 1,6 cm. Es gibt aber auch Stellen ohne Knipse, dabei handelt es sich dann um eine Nahtzugabe von einem Zentimeter. Und dann gibt es natürlich noch die normalen Knipse, die man eben so kennt um sich zu orientieren. Ich musste mir also bei jedem Arbeitsschritt auf dem Schnittbogen die zu nähende Stelle raussuchen und gucken, ob da Knipse sind und wenn ja, dienen die der Orientierung oder geben die mir die Zugabe vor. Halte ich persönlich jetzt schon für sehr umständlich. Wenn schon Zugabe, wieso denn nicht einfach überall die gleiche Größe? Vielleicht versteh ich auch einfach den tieferen Sinn dahinter nicht. 


Auf Grund der sehr knappen Anleitungen sind mir dann natürlich auch ein paar kleinere Fehler unterlaufen. Beispielsweise habe ich mich schon gewundert, wieso die Gürtelschlaufen denn so extrem lang sind, habe aber nicht weiter darüber nachgedacht und die Schlaufen, wie ich das von anderen Hosenschnitten kenne, bei Beinen und Bund zwischengefasst. Der Bund war dran, die Schlaufen mit einem Ende angenäht, da fällt mir auf, dass die Schlaufen ja genau doppelt so lange wie der Bund hoch ist. Das hat dann zumindest den Vorteil, dass ich oben am Bund keine offene Kante habe, die nach fünf mal waschen ausgefranst ist. Also alles wieder aufgetrennt und die Schlaufen mit beiden Enden eingenäht. Muss einem vorher ja jemand sagen, sonst weiß man das nicht. 


Die Hose kommt mit einem seitlichen Reißverschluss daher. Weil ich das vor meiner Shoppingtour natürlich nicht gelesen habe, habe ich einen normalen Hosenreißverschluss gekauft, mit dem ich dann natürlich so überhaupt gar nichts anfangen konnte. Eigentlich wäre hier ein nahtverdeckter Reißverschluss das Mittel der Wahl, da hatte ich aber natürlich keinen passenden. Meine Entscheidung fiel dann auf meinen Endlosreißverschluss. Die Hose war fast fertiggestellt, es hätte nur noch der Bund umgeklappt werden müssen und gesteppt werden, da wollte ich aber unbedingt schon einmal Probeschlupfen. Es kam, wie es kommen musste: das Gute Stück gleitet mir aus der Hand, ich greife danach und welches Teil bekomme ich zu fassen? Den Zipper vom Endlosreißverschluss!!! Und schon war er draußen. Man kann einen Zipper nicht falschherum wieder auffädeln, ich habe es eine Stunde lang versucht. "Meister, ich bin fertig. Darf ich trennen?" Aber wie ihr sehen könnt, habe ich ihn tapfer rausgetrennt, den Zipper aufgefädelt und wieder eingenäht. 


Noch ein Wort zum Stöffchen: 
Ergattert habe ich diesen 100% Leinen auf dem deutsch-holländischen Stoffmarkt. Er kommt aus dem Hause Hilco und ich liebe ihn. Ich kenne einige Menschen, die Leinen nicht mögen, weil er kratzen würde. Diese Leinenstoffe gibt es und ich bin da auch sehr empfindlich, daher kann ich euch versichern, dieser hier kratzt gar nicht. Auch die Faltenbildung hält sich zu meiner Entzückung relativ in Grenzen. 

Was sagt ihr zu meinem Neuzugang?

Eure NUHFFi


Montag, 5. August 2019

Bluse mit Schlitz

Ich wollte mir einen Schnitt für eine Bluse mit Schlitz im Rücken kaufen und dann dachte ich mir: Nein, jetzt besitzt du insgesamt schon drei Schnittmuster mit überschnittenen Ärmeln und im Schrank hängen ungefähr vier gekaufte Oberteile dieser Art, das wirst du ja wohl selber hinkriegen. 

Also habe ich etwas rumgebastelt und siehe da, es hat funktioniert. Was ich allerdings nicht mehr tun darf - ich lerne auch nicht aus meinen Fehlern - so feine Stoffe wie Viskose mit dem Rollschneider zuschneiden, das funktioniert einfach nicht. Viskose zuschneiden ist ungefähr so schön, wie Modal nähen. ;-) Jedenfalls verrutscht man mit dem Rollschneider immer, zumindest ich, und hat dann zwar im Bruch zugeschnitten, aber zwei unterschiedliche Seiten, weil sich ja doch irgendwas verschiebt. 


Diesmal habe ich die Kanten der Nahtzugaben alle mit der Overlock versäubert, mit der normalen Maschine genäht und die Nahtzugaben dann auseinandergebügelt, das wird bei solchen Stoffen einfach am schönsten. Beim Schlitz habe ich dieses Stück einfach offen gelassen und die Nahtzugaben dann knappkantig abgesteppt. 

Den Saum unten habe ich im VoKuHiLa-Stil gearbeitet. 

Und dann musste natürlich ein Schrägband für die Ärmel und das Halsloch her. War das ein Drama, also nicht der Zuschnitt des Bandes, der war relativ schnell erledigt, sondern das Bügeln. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht warum, aber ich habe mir eingebildet, bevor ich das Schrägband annähe, müssen die Falten reinbügelt werden, die ein fertiges Schrägband auch hat. Zuerst habe ich versucht, das mit Stecknadeln zu befestigen und zu bügeln. Hat schon mal jemand von euch versucht, auf einem Viskoseschrägband einen Zentimeter abzustecken? Ha - es wird nix. Schon etwas verzweifelt habe ich es mit einer Methode von Anna - einfach nähen (hier) versucht. Meine Stecknadeln waren dafür nicht lange genug, aber Sicherheitsnadeln in der Länge haben sich auftreiben lassen. Leider geht das mit Viskose genauso wenig. Meine letzte Idee war dann ein Schrägbandformer, sowas habe ich bis dato aber nicht besessen und es war Sonntag Vormittag. Wo kriege ich den also her? Richtig, aus dem 3D-Drucker meines Mannes. Ihr könnt es euch vielleicht denken, das Ergebnis war so wie bei den Versuchen davor, es gab kein Ergebnis. 

Was hat die liebe Jaqueline also getan? Sie hat das Schrägband ohne vorheriges Bügeln angenäht und es war überhaupt kein Problem. Ich habe also einen kompletten Vormittag und viele Nerven verschwendet für ein Problem, das im Nachhinein betrachtet überhaupt kein Problem war. 


Der ganze Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich trage meine neue Bluse nämlich sehr oft und sehr gerne. 

Fazit: Traut euch bei euren Schnitten und probiert mal was Neues aus.

Eure NUHFFi

Dienstag, 23. Juli 2019

Viskose Enfeita - Bluse Ina

Wer dachte, Burda-Anleitungen wären schwierig zu verstehen, hatte noch nicht das Vergnügen mit Schnittmuster Berlin. Kurz und knapp beschreibt das Ganze recht passend. 

Nach dem Zuschnitt hatte ich eigentlich schon keine Lust mehr darauf, die Bluse zu nähen. Diese flutschige Viskose anständig in den Stoffbruch zu legen, war schon eine Herausforderung. Dann war aber meine Einlage genauso rutschig und die dann da drauf bügeln hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben.


Die Passe ist wie gewohnt doppelt. Das ist bei der ersten Seite noch kein Problem, ich habe mit dem Rücken begonnen. Das heißt, erste Passse (die später außen ist) rechts auf rechts auf das Rückenteil, dabei die Paspel mitfassen. Wären wir also schon mal bei vier Stofflagen, eine davon gekraust. Dann die zweite Passe (später innen) rechts auf links unter das Rückenteil. Nachdem mir das bei dieser flutschigen Angelegenheit einfach zu viele Stofflagen waren, habe ich das ganze auf Etappen festgesteppt. 


Jetzt wird es aber noch viel lustiger. Die Passe möchte ja auch noch an das Vorderteil genäht werden, also habe ich das ganze durch das Armloch hindurch gewendet bzw verdreht. Wenden kann man es bei einer inneren und einer äußeren Passe ja nicht wirklich. Ich denke, es war auch gut, dass ich zufällig mit dem Rücken begonnen habe und danach die vorderen Nähte kamen, andersrum wäre die Naht wahrscheinlich einfach zu lange gewesen, um sie vernünftig durch das Armloch zu stecken. 


Dann kommt der Kragen. Verstürzen und umbügeln war schnell erledigt, das Teil an den Ausschnitt zu stecken eher nicht. Ich habe viele Stunden, viele Stecknadeln und viele Heftnähte gebraucht, bis das eine endlich an das andere genäht war. 


Mir gefällt die Bluse richtig gut, nächstes Mal werde ich sie aber definitiv eine Nummer kleiner nähen und nicht alles aus gemusterten Stoffen, es sind einfach zu viele Muster ;-)

Eure NUHFFi

Stoff: Viskose Enfeita von Hilco
Schnitt: Bluse Ina von Schnittmuster Berlin


Dienstag, 2. Juli 2019

Afrikastoff - Frau Sofie

Meine Schwiegermami hat mir letztes Weihnachten diesen total tollen Baumwollstoff geschenkt und ich wusste sofort, daraus muss ein Sommerkleid werden. Den Stoff hatte ihr selbst einmal eine Bekannte aus Afrika mitgebracht. Lustigerweise näht meine Schwiegermutter überhaupt nicht, also habe ich ihn bekommen. Die Suche nach dem passenden Schnitt war für mich gar nicht so einfach. Zum Einen findet man, wenn man nicht gerade bei burda sucht, größtenteils Schnitte für elastische Stoffe und zum Anderen hatte ich schon eine bestimmte Vorstellung, wie es werden soll. Zum Glück bin ich dann auf Frau Sofie von fritzischnittreif gestoßen. Der Schnitt war wie gemacht für meinen Stoff.



Bei der Frage nach den richtigen Trägern war ich wieder etwas unschlüssig. Ich hatte noch braune Lederpaspel, das sah mit den relativ großen Zugaben aber irgendwie komisch aus, also habe ich die Zugaben der Paspel kurzerhand knapp neben der Naht abgeschnitten. 


Die Paspel habe ich nochmal bei den Eingrifflöchern der Taschen eingearbeitet. Die Taschen an dem Kleid finde ich übrigens total praktisch. Bis auf die Tatsache, dass ich bei der Größe wieder nacharbeiten musste, ist der Schnitt einfach und auch gut für Anfänger geeignet. Damit sich das Kleid bei der Naht kräuselt, wird auf die Nahtzugabe ein Framilon-Band aufgenäht. Dabei handelt es sich um ein ganz dünnes, durchsichtiges Gummiband. War mir bis jetzt fremd, ist aber echt super und hat auch schon mehrere Wäschen überstanden.


Schnitt: Frau Sofie von schnittreif

Eure NUHFFi

Verlinkt: Me Made Mittwoch

Montag, 17. Juni 2019

Leinen - Shorts

Der Schnitt dieser Hose ist von Burda. Mit deren Anleitungen verhält es sich folgendermaßen: entweder versteht man sie oder man versteht sie nicht. Es war zum Glück nicht meine erste Hose, ich habe ja schon eine Ginger Jeans genäht, die wirklich super beschrieben ist. Bestimmte Arbeitsschritte habe ich anders gemacht, als in der Anleitung angegeben, aber von Anfang. Diesen superschönen Leinenstoff habe ich bei myo-stoffe gefunden, also direkt gekauft. 


Zum Nähvorgang: Zuerst kommen eigentlich die hinteren Paspeltaschen, die habe ich aber weggelassen, da es sich dabei nur um Fake-Taschen handelt und ich sowas für Sinnlos halte. Dann kommen die vorderen Falten dran. Falten umgelegt und innerhalb der Nahtzugabe festgeheftet. Auch die Vordertaschen waren noch kein Problem, allerdings habe ich die Schnitteile verändert. Eigentlich hängen die Taschenbeutel an der Hüftpasse, ich habe den Hüftpassenteil weggeschnitten und lediglich Taschenbeutel genäht, ich hätte das im nächsten Schritt auf der einen Seite sowieso wieder wegnehmen sollen, also wieso dann überhaupt erst hinmachen? Leuchtete mir nicht ganz ein. 


Und ab hier habe ich kein Wort mehr verstanden, mich also auch nicht mehr an die Anleitung gehalten. Hier wird zuerst die vordere Mittelnaht geschlossen, dann der Reißverschluss gearbeitet, anschließend kommt der Bund und ganz zum Schluss wird die rückwärtige Mittelnaht inkl. der im Bund geschlossen. Wieso sollte ich denn erst die eine Hälfte einer Naht schließen und die andere Hälfte dann zum Schluss? Es gibt also keine Möglichkeit, die Hose zwischendurch einmal zu probieren und Änderungen vorzunehmen. Ich habe mich da dann doch lieber an die Ginger Jeans gehalten und die Schritte wie dort beschrieben, durchgeführt. 


Den Untertritt habe ich übrigens auch verändert, nämlich größer zugeschnitten, da das Original viel zu klein war. Ihr seht also, vom Original ist nicht mehr viel übrig. 


Mein Fazit: kein Schnitt für Nähanfänger, auch nicht unbedingt für die erste Hose. 

Und wenn mir jemand sagen kann, wie ich dieses Grinsen (ich glaube man nennt das so) unter dem Reißverschluss beim nächsten Mal eliminieren kann, wäre ich sehr dankbar. Also her mit euren Vorschlägen.

Eure NUHFFi

Stoff: Leinen taupe von myo-stoffe 
Schnitt: Shorts 115 von Burda