Sonntag, 30. Dezember 2018

The Sewing Oscar 2018

And the Oscar goes to...

1. Beste Hauptdarstellerin
das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück

Da muss ich wohl zwischen Winter und Sommer unterscheiden. Da ich kein Hoodie- oder auch Sweatshirt-Fan bin, trage ich im Winter gerne Rollkragenpullover. Ponytail aus der Ottobre wurde inzwischen schon zweimal von mir vernäht, weil der Schnitt perfekt für mich passt. Den zweiten zeige ich euch vielleicht auch irgendwann, wobei dieser ebenfalls ganz schlicht aus schwarzem Jacquard ist, ich habe lediglich den Kragen noch ein paar Zentimeter verlängert. Im Sommer würde meine schwarze Frau Josy gewinnen, diese wird aber in der nächsten Kategorie sowieso noch geehrt.


2. Beste Nebendarstellerin
das am besten zu kombinierende Kleidungsstück

Ganz einfach: schwarzes schlichtes Raglanshirt aus Modal. Jedes mal aufs Neue frage ich mich, wieso ich mir das mit diesem Modal beim Nähen eigentlich antue und wenn ich dann etwas daraus trage, weiß ich es wieder. ;-) Ich persönlich mag Raglanärmel viel lieber als normale Ärmel und damit trifft dieser Schnitt genau ins Schwarze. Zudem kaschiert dieses Shirt gewisse Pölsterchen ganz hervorragend, womit es definitiv zu meinem Lieblingsschnittmuster in Sachen Basic-Shirts wird.


3. Beste Regie
die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung

Wer erfolgreich einen Masterpiece-Schnitt von Burda vernäht hat, kann stolz auf sich sein und ja, das bin ich - ziemlich stolz. Alleine der Stoffzuschnitt hat mich fast zwei Tage gekostet, insgesamt habe ich mich diesem Großprojekt eine ganze Urlaubswoche gewidmet. Und wer am Anfang schon unsauber arbeitet, wird irgendwann daran verzweifeln, deswegen habe ich mir besonders viel Mühe gegeben und denke, behaupten zu können, dass ich die Aufgabe gut gemeistert habe. Für die Übergangszeit definitiv mein neuer Lieblingsbegleiter.


4. Bester Schnitt
das Lieblingsschnittmuster

Ich hielt mich ja nie für einen großen Kleidertyp, bis ich im Laufe des Sommers festgestellt habe, dass sich inzwischen drei Glorias in meinem Kleiderschrank befinden. Auch dachte ich beim ersten mal noch nicht, dass ich diesen Schnitt so oft vernähen würde. Mit den optionalen Rückenabnähern habe ich aber wohl genau meinen Kleiderschnitt gefunden. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass ich bis dato nicht so oft Kleider getragen habe. Wenn man, wie ich, ein Hohlkreuz hat und Kleider ohne figurbetonen Rücken trägt, wirkt man schnell, als hätte man einen Kartoffelsack an. Bei der gezeigten Variante habe ich allerdings etwas experimentiert und ein Neckholderkleid daraus gemacht.


5. Bestes Drehbuch
die beste Anleitung

Und schon wieder eine Gloria. Sie nimmt einen wirklich gut an die Hand, auch für Anfänger sehr empfehlenswert. Ich habe in dieser Anleitung viele hilfreiche Tipps für mich gefunden.



6. Ehrenoscar
das schönste für jemand anderes genähte Kleidungsstück

Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich schon sehr viel für andere Leute genäht habe, leider gibt es von fast keinen Nähwerken Fotos, was unter anderem daran liegt, dass vieles für meine Nichte genäht wurde und ich finde, Fotos von ihr haben nichts im Internet verloren. Dieses süße - Überraschung ! - Raglanshirt stammt aus dem Buch "Nähen mit Jersey - Kinderleicht" und wurde mit einem niedlichen rose Elefantenplott aufgepeppt.


7. Beste Kamera
die schönsten Bilder von einem genähten Werk

Eines meiner Lieblingsfotos aus diesem Jahr stammt vom Shooting der Chinohose. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an meine liebe Freundin und Fotografin Sandra. Sie gibt sich immer sehr viel Mühe und macht total tolle Fotos, obwohl ich so ein grauenvolles Modell bin.


8. Beste Visuelle Effekte

Wieso ich dieses Foto von meinem Schlafanzug so gerne mag, kann ich euch nicht genau sagen, aber ich finde es fotografisch sehr gelungen, auch wenn das nur die Meinung eines Laien ist.


9. Bestes Kostümdesign

Jährlicher Faschingsball mit dem Motto "Candy Bar". Sandra und ich haben also beschlossen, als "m&m's" aufzulaufen. Das Nähen war der reinste Horror: 3 Meter Tüll raffen - pro Rock. Als Oberteil habe ich eine Frau Josy gewählt und dann einfach ein weißes "m" drauf geplottet. Zu unserer großen Enttäuschung hatte die Hälfte der anderen weiblichen Besucher die gleiche Idee, von denen war aber zumindest kein einziges Kostüm selbstgenäht. Wir lassen uns überraschen, welches Motto diesmal auf uns zukommt und ob ich wohl etwas passendes dazu zaubern kann.


10. Bester Dokumentarfilm
selbst erstelltes Tutorial

Ein Tutorial zu schreiben, liegt mir wohl nicht besonderes. Ich glaube, ich kann mich nicht sehr verständlich ausdrücken, geschweige denn, anständige Fotos davon dokumentieren. Der tiefergesetzte Bund meiner Chino lag mir allerdings am Herzen, weil doch einige danach gefragt haben und es wirklich unglaublich einfach war.


11. Goldene Himbeere
größter Reinfall

Meine Mrs. Torvi von Annas Country passt weder stilistisch, noch farblich zu mir und ich bin gerade auf der Suche nach einem liebevollen neuen zu Hause für sie. Technisch habe ich sie gut genäht, aber um in meinem Schrank einzustauben, ist sie mir zu schade.


Ich hoffe, mein kleiner Jahresrückblick hat euch gefallen, auf ein neues spannendes Nähjahr.

Eure NUHFFi



Kommentare:

  1. Hallo, es hat mir Spaß gemacht, Deinen Jahresrückblick zu lesen :-) Viele Schnitte, die Du vernähst, kannte ich noch gar nicht - danke für die Hinweise? Magst Du noch verraten, nach welchem Schnitt deine "Nebendarstellerin", das schwarze Raglan-Shirt entstanden ist? Alles Gute für 2019 und liebe Grüße!
    Karin

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    1. Hallo Karin, danke für die lieben Worte. Du hast recht, ich habe nicht erwähnt, um welches Schnittmuster es sich handelt. Es ist eine "Frau Josy" von Fritzi Schnittreif.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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